So ein buntes farbenfrohes Bild hat die MARY`s Jugendkirche

vermutlich noch nicht so oft gesehen. Die Flüchtlingshilfe Greven hatte am Sonntag zur Auftaktveranstaltung des Kunstprojektes „Greven bekennt Farbe“ eingeladen. 250  Grevener Bürgerinnen und Bürgern  setzten durch ihr Kommen ein deutliches öffentliches Zeichen für ein offenes und freundliches „Willkommen“ für alle Menschen aus anderen Ländern, für ein tolerantes und weltoffenes Greven. Die Vielfalt wurde auch durch die unterschiedlichen Besucher deutlich. Viele Kinder zeigten voller Stolz Bilder, die sie gemalt hatten. Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan, aus Syrien waren vertreten, ebenso eine große Abordnung der türkisch-muslimischen Gemeinde, Bürgermeister Peter Vennemeyer und Beate Tenhaken von der Stadt und von der Martinus-Gemeinde u. a. Pfarrer Lunemann, der die Veranstaltung eröffnete.

Im Mittelpunkt stand und steht das Gesamtkunstwerk von 100 Einzelbildern, z. T. sehr farbenreich und hoffnungsfroh, aber auch nachdenklich stimmend wenn Fluchterfahrungen mit verarbeitet werden. Es haben sich Einzelpersonen und Familien, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Freundeskreise, Altenheime, Chöre und viele Gruppierungen mehr beteiligt. Die Bilder erfahren noch eine ganz besondere Prägung durch die schriftlichen Äußerungen der einzelnen Künstler als Teil der Ausstellung, warum sie sich beteiligen. So berichten Bewohnerinnen eines Altenheimes, dass sie der Generation angehören, die durch Fluchterfahrungen geprägt wurde. Die Ausstellungseröffnung erhielt einen stimmungsvollen Rahmen durch den Projektchor der Martinusgemeinde unter der Leitung von Renate Bacher. Persönliche Statements von einzelnen Beteiligten, die jeweils ins arabische übersetzt wurden, beeindruckten besonders. Marita Hölscher berichtete von der sofortigen Begeisterung im Haus Tobias mit den dort lebenden Menschen mit Behinderungen sich an dem Kunstprojekt zu beteiligen. Faya Leno aus Guinea fesselte mit seinem sehr persönlichen Vortrag die Zuhörenden. Er lebt jetzt seit ca. zwei Jahren in Greven und berichtete davon, dass es zu Anfang sehr schwierig gewesen sei, Kontakt zu finden. Inzwischen bekomme er sehr viel Unterstützung, konnte Sprachkurse über die Flüchtlingshilfe besuchen und absolviert aktuell den Bundesfreiwilligendienst beim Caritasverband Emsdetten-Greven. Cekiye  Ceylan aus dem Vorstand der türkisch-muslimischen Gemeinde freute sich über die Kooperation mit der Flüchtlingshilfe und wünscht sich weitere gemeinsame Projekte. Jörg Uhlmann rüttelte die Anwesenden mit seiner klaren Positionierung auf: „ Wir können gar nicht genug Farbe bekennen, denn ein deutsches Einheitsbraun, das wollen wir nicht haben. Es ist gut, dass Greven Farbe bekennt, denn Vielfalt ist anregend, führt weiter und ermöglicht Neues. Ich glaube, dass dieses Projekt Begegnungen und Lernprozesse in Gang setzen kann, die über das Medium „Kunst“ auf einer erweiterten Diskussionsebene stattfinden.“ Damit wird auch die Absicht der Flüchtlingshilfe als Veranstalter zum Ausdruck gebracht, über dessen Resonanz sich Bernhard Hülsken und Christine Petersen begeistert zeigten. Die Ausstellung befindet sich bis zum 24.3. in der MARY`s Jugendkirche, täglich von 9.00-17.00 Uhr, vom 29.03 – 06.05 steht sie im Grevener Rathausfoyer.