Kommunionkinder erkunden den Friedhof.

„Warum läuten denn heute am Sonntagnachmittag hier schon wieder die Glocken?“, fragte erstaunt eine Besucherin des Grevener Friedhofs. Auch die Kapelle war geöffnet und drinnen waren alle Lampen eingeschaltet. Um es gleich vorweg zu sagen: Nein, sonntags gibt es in Greven keine Beerdigungen! Anlass für das Geläut zu ungewöhnlicher Stunde waren die Friedhofsbesuche von Erstkommunionkindern und ihren Eltern. „Über Tod und Sterben zu reden, ist immer ein schweres Thema.“, erklärte Pastoralreferentin Maria Wagner. Für die Kinder sollte es möglichst konkret sein. So konnten die Familien je nach Interesse einen Besuch bei einem Bestatter oder den Friedhofsbesuch wählen. Oder auch beides, was etliche Familien in Anspruch nahmen.

Dank der guten Zusammenarbeit mit den Bestattungsunternehmen Meibeck und Venschott wurden mehrere Betriebsbesichtigungen angeboten. Auch auf dem Friedhof an der Saerbeckerstraße gab es am vergangenen Wochenende insgesamt vier Termine mit der Gelegenheit, in jeden Raum der Friedhofskapelle hinein zu schauen und die Fachleute mit Fragen zu durchlöchern. Friedhofsgärtner Henrik Schlott stellte die unterschiedlichen Bereiche des Friedhofs vor und wie das alles verwaltet werden muss. Die Kinder staunten, wie viele Aufgaben ein Friedhofsgärtner so alles hat. Großes Interesse gab es auch an der kleinen Ausstellung, die von Bestatter Anton Verlage und seine Mitarbeitern Corinna Hermsen in einem Nebenraum vorbereitet war. Beide beantworteten alle Fragen rund um Sarg und Urne. Pastoralreferentin Maria Wagner zeigte die Sakristei und berichtete davon, was bei einem Gottesdienst bei einer Beerdigung passiert. Und das Läuten der Glocke gehört nun eben auch dazu. Draußen schauten sich übrigens die Kinder und Eltern fasziniert die schwingende Glocke hoch oben auf dem Dach an. Der Fuhrpark der Friedhofsgärtner bot einen weiteren Einblick in den Alltag auf dem Friedhof. Alle Kinder schauten dabei neugierig in den Kasten hinein, der die Wände eines offenen Grabes vor dem ungewollten Einstürzen bewahrt. Beim Gang über den Friedhof fanden sowohl der modernste wie auch der älteste Teil großes Interesse. Nach Einschätzung von Pastoralreferentin Maria Wagner hatten die Eltern zu manchen Bereichen mehr Fragen gehabt als die Kinder. Wann hat man denn auch alle Fachleute mit den unterschiedlichen Schwerpunkten so zusammen um auf eigene Fragen rund um Beerdigung und Friedhof Antworten finden zu können? Aufgrund des großes Interesses würden sicherlich auch in Zukunft weitere und differenzierte Angebote zur Besichtigung von Friedhof und Friedhofskapelle möglich sein. Das können sich zumindest der Friedhofsgärtner und die Seelsorgerin gut vorstellen. Am nächsten Sonntag (1. März) findet übrigens der letzte Termin mit den Erstkommunionkindern auf dem Friedhof statt. Dann wird auch noch einmal die kleine Glocke oben auf dem Dach ihren Klang über Greven erschallen lassen.

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