Prävention in Greven.

Seit dem Jahr 2010 gehören Berichte und Schlagzeilen über sexuellen Missbrauch in Kirche und Gesellschaft zur Tagesordnung. Aber was hat sich seitdem in der Kirche getan, um Minderjährige zu schützen? Jedes Bistum hat eine Präventionsordnung erlassen, die auch in jeder Pfarrgemeinde umgesetzt werden muss. In unserer St. Martinus-Pfarrgemeinde sind wir damit schon recht weit. Ansprechpartnerin für den Bereich der Prävention ist Pastoralreferentin Maria Wagner. Als Schulungsreferentin leitet sie außerdem viele Präventionskurse in unserer Pfarrei.

Ein zentrales Anliegen der Präventionsordnung ist die Aufklärung und Schulung aller haupt- und vieler ehrenamtlich Mitarbeitenden über Zusammenhänge und vorbeugenden Maßnahmen, über Handlungsleitfäden und Ansprechpartner. Die meisten hauptamtlichen Mitarbeitenden in unserer Pfarrei und den Kindergärten sind schon ihren Aufgaben entsprechend geschult worden. Dazu gehören neben den Pfarrsekretärinnen, den Erzieher/innen, Küstern und Musiker zum Beispiel auch alle Hausmeister, Reinigungskräfte, die Friedhofsgärtner und alle Honorarkräfte. Das sind zusammen rund 150 Personen.

Auch fast alle ehrenamtlich Mitarbeitenden, die sich für Kinder und Jugendlichen engagieren, haben schon einen Kurs besucht. Insgesamt waren das in den Jahren 2012-2015 rund 200 Personen! Dazu gehören unter anderem die Gruppenleiter bei den Messdienern und Ferienfreizeiten sowie die Katecheten bei den Erstkommunion- und Firmkursen.

Prävention beginnt schon lange, bevor etwas passiert. Es sind manchmal nur scheinbare Kleinigkeiten, die aber einen großen Unterschied ausmachen können. Entscheidend ist auf jeden Fall, wie wir insgesamt miteinander umgehen. Eine „Kultur der Achtsamkeit“ hilft beim Aufbau und Erhalt von schützenden Strukturen.

Zu einer „Kultur der Achtsamkeit“ gehören Fragen wie

  • Begegnen wir den uns anvertrauten Menschen mit Wertschätzung und Respekt?

  • Sind wir ansprechbar für Themen und Probleme, die Kinder und Jugendliche bewegen? Nehmen wir ihre Gefühle ernst?

  • Respektieren und bewahren wir die persönlichen Grenzen anderer?

  • Gehen wir mit Nähe und Distanz reflektiert und transparent um?

Antworten auf diese Fragen werden von zentraler Bedeutung sein, wenn wir demnächst für unsere Pfarrgemeinde ein „Institutionellen Schutzkonzept“ entwickeln, wie es die Präventionsordnung vorsieht.

Erfreulich ist, dass in unserem Bistum die Präventionsmaßnahmen inhaltlich und personell stetig weiter entwickelt werden und sowohl Verantwortliche auf der Ebene des Bistums wie auch konkret vor Ort in den Pfarrgemeinden umfasst. Nun liegt es an uns in der Pfarrgemeinde, dass wir Kindern und Jugendlichen in unseren Bereichen schützend zur Seite stehen.

Das Foto stammt von einem Präventionskurse im Oktober 2014.