Afrika-Gottesdienste fanden großes Interesse.

Selten wurde in Messen in der Josefkirche bzw. in der Franziskuskirche während eines Gottesdienstes so viel geklatscht wie am vergangenen Wochenende. Die beiden Afrika-Gottesdienste wurden vom Reckenfelder Gospelchor Mixed Voices musikalisch gestaltet. Beim Schlusslied "In the sanctuary“ wird bereits im Text zum Klatschen aufgefordert: „We clap our hands to give You the praise.“ Die zahlreich erschienenen Gottesdienstbesucher beteiligten sich gerne an dieser Form des Lobpreises.

Reichlich Beifall gab es danach aber auch für die ca. 35 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Martina Eßing. Mal sangen Sie ein afrikanisches Lied a cappella, mal mit musikalischer Begleitung, mal war nur der Trommler Joseph Bortey zu hören. Die Mixed Voices sangen übrigens mit „Spirit of God“ und „Immanuel“ (als wunderschönes Quartett) zwei Stücke zum allerersten Mal in der Öffentlichkeit.

Kaplan Ralf Meyer gefiel die Samstagabend-Messe so gut, dass er den Gottesdienst am Sonntagmorgen zusammen mit einem kurzfristig eingeladenen befreundeten Kaplan zelebrierte. Dankbares Klatschen gab es aber auch für die Ansprache von Stefanie Erlemann (Altenberge-Hansell). Aus ihrem Erfahrungsbericht über ihr freiwilliges Jahr an einer Schule in Mwanza (Tansania) konnten die Zuhörer auch den einen oder anderen kulturellen Unterschied zwischen Tansania und Deutschland mit nach Hause nehmen. So war in Deutschland zumindest in den letzten Jahrzehnten vorherrschend, dass man individuell etwas besitzt. In Tansania dagegen gilt oft folgendes: „Brauche ich etwas, das jemand in meinem nahen Umfeld gerade besitzt, darf ich es benutzen. Auf der anderen Seite gebe ich aber auch etwas ab, wenn es von anderen benötigt wird.“ Ein anderer großer Unterschied der beiden Kulturen laut Stefanie Erlemann: „Für die geselligen Tansanierinnen und Tansanier ist es völlig unverständlich, wie man Lust haben kann, freiwillig allein seine Zeit zu verbringen.“ Ein weiteres Beispiel: „Viele in Tansania sind Recycle-, SecondHand- und Reparatur-Künstler.“
Allein durch die beiden Kollekten kamen an diesem Wochenende 1.078 Euro von den Gottesdienstbesuchern zusammen. Dieses Geld wird wieder der St. Charles Grundschule in Iringa (Tansania) zugutekommen. Auch im Namen der dortigen Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer bedankt sich die Afrika-Gruppe von St. Martinus dafür ganz herzlich bei allen Spendern. Sie dankt bei dieser Gelegenheit auch denjenigen, die die Schule während des Jahres durch Einzelspenden unterstützen. Beispielsweise veranstaltet die St. Josefgrundschule regelmäßig Spendenaktionen für das Tansania-Schulprojekt (z.B. in diesem Jahr das Joseffrühstück mit 225 Euro als Spende).