Keine Sargbestattungen mehr auf dem „Neuen“ Teil des Friedhofes (an der Saerbecker Straße).

„Das war schon mulmig bis schockierend.“ So beschreibt Pfarrer Klaus Lunemann seine Reaktion auf die Mitteilung von Henrik Schlott, dem Leiter des Gärtnerteams auf dem Friedhof an der Saerbecker Straße. Dieser wollte auf dem sogenannten „Neuen Friedhof“ eine Grabstätte für eine Überbeerdigung vorbereiten. Bevor dort 1989 die erste Beisetzung stattfinden konnte, war das Gelände durch meterhohe Aufschüttungen hergerichtet worden. Die Eignung des Geländes für Friedhofszwecke stellten die beteiligten Gremien damals nicht in Frage. Offensichtlich wurden aber die letzten aufgebrachten Schichten so stark verdichtet, dass darunter keine übliche Verwesung mehr möglich ist. Nachdem dies neulich für die eine Grabstätte festgestellt worden war, gab die Kirchengemeinde ein Gutachten in Auftrag, das besagt, dass die gesamte Fläche des „Neuen Friedhofs“ von dieser Problematik betroffen ist. Daraufhin beschloss der Kirchenvorstand am vergangenen Montag das sofortige Verbot weiterer Sargbestattungen auf diesem Friedhofsteil.
„Wir bedauern dies sehr und sind uns sehr wohl bewusst, dass viele Familienangehörige davon emotional sehr berührt werden.“ So hieß es einmütig in diesem Gremium.

Dies gilt besonders dort, wo noch eine Beisetzung neben einem bereits verstorbenen Partner vorgesehen ist. Urnenbeisetzungen sind davon im Übrigen nicht betroffen. Derzeit stimmen sich Stadt- und Friedhofsverwaltung mit Vertretern der katholischen und evangelischen Gemeinde darüber ab, wie mit der Situation umgegangen werden kann. Dazu gehört auch die Möglichkeit einer Umbettung. „Wichtig ist die Information und Einbindung der Hinterbliebenen“, sagt Lunemann.
Damit die Betroffenen nicht warten müssen, bis ein Brief sie erreicht, können sie sich auch jetzt schon bei Pastoralreferentin Maria Wagner melden. Sie ist am Samstag, 12.5., von 10.00 – 12.00 Uhr im Pfarrhaus St. Martinus persönlich und auch telefonisch -02571-54082015- erreichbar, danach am Samstag und Sonntag unter der Nummer 02571-5689042. Angedacht ist auch ein gemeinsamer Informationsabend, für den es aber derzeit noch keinen Termin gibt.

Ergänzung am 18.5.2018:

Betroffene können sich weiterhin bei Pastoralreferentin Maria Wagner, Tel. 02571-5689042 melden, aber auch im Pfarrbüro, Tel. 02571-5408200, oder bei der Friedhofsverwaltung, Tel. 02572-938316.


„Die Situation, in der wir uns zurzeit befinden, hat ihre Ursache in lange zurückliegendem Entscheiden und Handeln. Wir stehen heute zu unserer Verantwortung und werden alles tun, um eine Lösung zu finden und umzusetzen, die sowohl der Totenruhe gerecht wird als auch dem Anliegen der Angehörigen nach einer angemessenen Grabstelle für ihre Lieben“ betont noch einmal Pfarrer Klaus Lunemann.

Foto: Der betroffenen "Neue" Teil des Friedhofs ist hier mit dem orangen Kreis markiert.