Kirchengemeinde St. Martinus lädt ein sich mit dem Sakrament der Versöhnung auseinander zu setzen

„Nein, so viel Zeit hast Du gar nicht, Dir das alles anzuhören!” Diese oder eine ähnliche Antwort bekommt der neue Kaplan Ralf Meyer oft zu hören, wenn er mit einem Lächeln zur nächsten Beichtzeit einlädt: „Gleich um 18 Uhr sitze ich in Josef. Herzliche Einladung!” Dass diese Einladung inzwischen ironisch gemeint sein könnte, sagt viel aus über das Verständnis dieses sogenannten Sakramentes. Ein Sakrament, so nennt die Kirche ein Zeichen der Liebe von Gott. „Viele verbinden die Beichte aber nicht mit Liebe, sondern eher mit Dunkelheit, staubigen Beichtstühlen und unangenehmen Fragen vom Priester”, meint Pastoralassistentin Dorothe Grütters. „Doch woher kommt diese Erfahrung?”, fragen sich die beiden und wollen das Thema in der kommenden Zeit offensiv angehen. Dazu laden Sie zunächst alle Kinder der Erstkommunionjahre 2013 und 14 und deren Eltern zu einem Info-Tag zum Thema Versöhnung ein. „Diese Jahrgänge hatten bei der Vorbereitung keine Möglichkeit zur Beichte und wir möchten dies rückwirkend ermöglichen”, erklärt Kaplan Meyer. „Aber nicht mit Druck, sondern mit Aufklärung!”, unterstreicht Pastoralassistentin Grütters. Darum wird am Sonntag, dem 12. März, auch nur darüber gesprochen und gemeinsam mit den Eltern und Jugendlichen suchen sie Wege und Möglichkeiten einer modernen Form dieses „Sakramentes der Versöhnung”. Kaplan Meyer wünscht sich, dass „die Menschen, die vielleicht sehr lange oder nie Kontakt mit dieser Art der Versöhnung hatten, dazu ermutigt werden, diesem Sakrament eine neue Chance zu geben.”

Dorothe Grütters möchte gerne mit den Eltern verschiedenen Fragen nachgehen: „Woher kommt das schlechte Image? Eigene Erfahrungen oder Hörensagen? Vielleicht auch nur ein unbegründetes Gerücht?” Am Nachmittag ab 15 Uhr treffen sich dazu alle in der Marien-Kirche an der Grabenstraße. „Weil Kinder und Eltern einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont haben und verschieden arbeiten können, werden wir dies in zwei Gruppen machen: Für die Eltern bereitet Pastoralassistentin Grütters den Nachmittag vor, die Jugendlichen sind mit mir auf Entdeckungstour nach Wegen der Versöhnung”, freut sich schon Kaplan Meyer auf den Nachmittag. Doch wieso sprechen die beiden immer von ‚Versöhnung‘ und nicht mehr von ‚Beichte‘? „Das Wort Beichte wird inflationär für alles Mögliche verwendet, was irgendwie mit unguten Gefühlen verbunden ist. Das ist nicht mehr das, wie dieses Zeichen der Liebe heute gemeint ist”, antwortet Grütters. „Versöhnung hat da einen anderen Charakter und ist auch offiziell der Name für dieses Sakrament.” Meyer dazu: „Wir kennen das alle, wie es ist, wenn wir uns mit einem anderen Menschen wieder vertragen, also versöhnt haben. Das anschließende Gefühl ist auch das, was Menschen erfahren dürfen, wenn Sie sich im Vertrauen mit einem Priester ausgesprochen haben.” Also kein Staub, Dunkelheit und fiese Fragen im Beichtstuhl? „Die beiden ersten Sachen kann ich je nach Ort nicht ausschließen, aber entwürdigend nachzufragen gehört nicht zur gängigen Praxis”, so der Kaplan. Wer sich auch für diesen Info-Tag interessiert ist auch eingeladen, am 12. März um 15 Uhr zur Marien-Kirche zu kommen. Der Nachmittag ist aufgeteilt in zwei Einheiten zu je ca. 40 Minuten, wird großzügig von einer Kaffeepause unterbrochen und endet mit einem kleinen Wortgottesdienst, der gegen 17.15 Uhr beginnt. „18 Uhr sollen und wollen alle wieder zu Hause sein”, verspricht Dorothe Grütters. Und wenn dann doch jemand spontan das Bedürfnis für ein Gespräch hat? „Wir stehen beide zur Verfügung, verteilen am Ende des Tages Kontakt- und Terminmöglichkeiten mit Priestern und mit mir lässt sich sowieso jederzeit ein Termin absprechen”, lächelt Kaplan Meyer, „auch, wenn's mal länger dauern sollte.” Interessierte melden sich bitte bei Dorothe Grütters: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Eine Anmeldung zum Infotag zum Thema Versöhnung und weitere Information finden Sie hier.


Pastoralassistentin Dorothe Grütters (re.) und Kaplan Ralf Meyer laden unter dem Motto „Tut mir leid“ zum Info-Tag ein. Wer mag, kann sich an einem Nachmittag mit den beiden zum Thema Versöhnung austauschen. Foto: Jonas Borgmeier