12.08.2007 Verabschiedung Pastor Josef Kösters

Paul Piers Abschiedsworte an Pastor Josef Kösters:

Dieses war die letzte Sonntagsmesse, die unser Pastor Josef Kösters mit unserer Gemeinde gefeiert hat.

Deswegen lädt der Pfarrgemeinderat gleich nach der Messe ins Gemeindehaus zu einem Empfang ein,
bei dem sich jeder auch persönlich von unserem Pastor verabschieden kann. Damit geht eine lange Aera zu Ende.

Fast 21 Jahre hast Du, lieber Josef, in unserer und für unsere Gemeinde treue Dienste geleistet.
Außer an den wenigen, wohlverdienten Sommerurlaubstagen warst Du immer und zuverlässig zur Stelle.

Deine humorvolle Art und Deine Nähe zu den Menschen in der Gemeinde haben Dich in der Gemeinde
beliebt gemacht und Du hast auf diese Weise hier bei uns viele Freunde gefunden.

Wir haben viele Sitzungen des Pfarrgemeinderates gemeinsam bestritten.
Deine Beiträge waren meist kurz, aber treffend und präzise, oft von Witz und Humor geprägt.

Du hast uns große Freiheiten in der Gestaltung der Gottesdienste und der Liturgie gelassen.
Das haben wir gerne und dankbar angenommen. Ich erinnere mich an einen der schon zur Tradition
gewordenen Afrikagottesdienste, bei der wir hier im Altarraum auf einem offenen Holzfeuer
ein afrikanisches Maisgericht gekocht haben.

Du hast vor 1 ½ Jahren die nun bevorstehende Fusion entscheidend mit angestoßen.
Du hast immer gesagt, lasst uns jetzt die Fusion verwirklichen, bevor der Bischof
uns ein fertiges Konzept aufdrängt und solange wir das noch selbst gestalten können.

Du hast auch gesagt, die neue Gemeinde solle dann auch besser von einem
neuen Pfarrer geleitet werden. In Deiner typischen, trockenen, humorvollen Art,
hast Du gesagt: "Und ich mach mich dann vom Acker".

Lieber Josef, wir lassen Dich nicht gern gehen, das weißt Du.
Die Gremien dieser Gemeinde lassen Dich natürlich auch nicht gehen,
ohne sich bei Dir mit einem Geschenk zu bedanken für eine lange und angenehme Zusammenarbeit.

Vom Kolpingverein hast Du ja schon eine neue Stola bekommen.
Ich möchte Dir jetzt im Namen des Pfarrgemeinderates ein neues Messgewand überreichen.
Es ist ein grünes und es wird Dir passen, ich habe es selbst anprobiert.

Wir sehen uns gleich noch im Gemeindehaus, bedanken uns aber jetzt schon mal bei Dir für Alles
und wünschen Dir für Deine neue Tätigkeit Alles Gute und Gottes Segen..

Danke schön!!

Ein Gedicht von Markus Hachmann zum Abschied von Josefs Kösters

Josef Kösters zum Geleit -
damit ihr alle wisst Bescheid,
hab' ich gedichtet dies Gedicht
und sprech's dem Josef ins Gesicht:

"Der Bischof will die Fusion -
und ich will keine Aggression.
Wir müssen machen den Sack zu"
sagtest du.

Du wolltest, dass war allerhand,
vor des Bischofs Ruhestand,
Nägel mit Köppen machen
- bei manchem tat's ein bisschen krachen.

So packst du heute deine Sachen,
um Dich auf den Weg zu machen.
Du möchtest räumen Deinen Platz -
Du weißt ja auch: Es gibt Ersatz.

Josef macht sich auf die Socken
bleibt nicht hier in Greven hocken.
Josef, lieber Josef mein...
muss dass sein?

Heut vergießen wir die Tränen
will gute Zeiten nun erwähnen:
Was in St. Josef so geschah
mit Dir, manchmal und jedes Jahr:

Die Josefskirche hast Du gern -
empfiehlst sie nicht nur unserem Herrn.
Wo's Geld herkam weiß das Orakel:
auf einmal stand der Tabernakel.

Sammeln, betteln und hausieren
zur Volksbank geh'n auf allen vieren
das waren gar nicht deine Sachen
doch Du fandst es eher zum Lachen:

"Gebt mir doch Erzengel für die Finanzen
die rechnen können für mich im Ganzen.
Die Verwaltung wollt ich nie
Seelsorge - dafür bin ich hie."

In der Mitte jeder Woche,
weil ich drauf poche,
besprachen wir uns dann zu zweit,
planten Termine auch mal weit.

Die Laudes beteten wir zu Beginn -
aus dem Stundenbuch, da steht die drin.
Das Blättern dabei fiel mir schwer,
Du hast's mir beigebracht: Ich danke sehr!

Du besuchtest viele Leute
vor 20 Jahren und noch heute
Manch einer wundert sich: Der kennt ja jeden
Vater Abraham, Adam und Eva schon aus Eden.

Ein Grevener ist er gewor'n
fast so, als wär' er hier gebor'n.
Kennt Hinz und Kunz und höchstpersönlich
auch den Papst - ganz ungewöhnlich.

Josef ist kein Stubenhocker.
ist auf dem Fahrrad richtig locker.
Durch die Gemeinde fährt voll Wonne
er bei Sonne.

Und wenn es regnet piepst der Wagen
vorn und hinten - um zu sagen:
Josef hier wird's gleich ganz eng
ja, Dein Wagen, der ist streng.

Dein Wagen bringt dich auch nach Rügen
aber, wir wollen mal nicht lügen,
ganz so häufig fehlst Du nicht
wie andere... aber das sagt man nicht...

Im Gegenteil, du bist verlässlich
und nur selten mal unpässlich.
warst immer da, wenn man dich brauchte
sich die Seele mal verstauchte.

Kamst hungrig Du um zwölf nach Haus,
machte Anni Dir nen Schmaus,
Vor dem Essen sprachst Du stets was Frommes
nicht gern gegessen hast Du Pommes.

Kartoffeln sollten es wohl sein
und was vom Schwein, das wäre fein.
Die Mittagspause war Dir heilig,
im Mittag hattest Du's nie eilig.

Danach sah man dich richtig schwitzen
Und hinter der Gardine sitzen:
Dein Schreibtisch, der war ein Gedicht:
stets aufgeräumt, kein Blättchen nicht.

Braucht der Josef eine Pause,
geht er in die Josefsklause.
Trinkt dort sein Feierabendbier
und ist später wieder hier.

Dann weiß er genau Bescheid:
Ist up to date (also: auf dem Stand der Zeit)
wer mit wem warum - genau
und wessen Kind kriegt welche Frau.

Nun geht Dein Leben anders weiter,
wir wünschen Dir: Bleib dennoch heiter!
Gelassenheit, die ist auch wichtig,
dann wird schon werden alles richtig.

Vom Gottvertrau'n wünsch ich Dir viel,
dann kommst Du sicher an Dein Ziel.
Und gehst mit 65 Du in den Ruhestand
Komm einfach wieder an den Emsestrand.

Die paar Jahre warten wir,
schließlich bleiben wir ja hier.
Und zwischendurch besuch uns Mal
und wir auch Dich, dann wird das Warten keine Qual.

Und gefällt's Dir in der Ferne
freun' wir uns auch - wir haben Dich ja gerne.
Viel Kraft wünschen wir Dir für das was kommt.
Nicht nur später auch ganz prompt.

Ich werde Dich wohl auch vermissen,
denn, ihr müsst wohl alle wissen,
der Josef hat mich machen lassen
ich konnt' es manchmal schon kaum fassen.

Westfale ist er schließlich ja,
hat auch 'nen Dickkopf, wunderbar.
Doch hatte er auch sehr viel Weite
das war eine gute Seite.

Dank' Dir, Josef für Dein Vertrauen,
auf das konnte ich immer bauen.
So wünsch' ich Dir in diesem Rahmen
ganz viel Glück und Segen. Amen.

Ein Messgewand zum Abschied

 

21 Jahre sind eine lange Zeit, und wenn man nach so vielen Jahren gehen muss, fällt der Abschied nicht leicht. Ganz besonders schwer ist es, wenn man eine komplette Gemeinde hat, die hinter einem steht, für die man selbst da ist und die einen immer unterstützt hat.

Am Sonntag nun wurde Pfarrer Josef Kösters im Kreise der ganzen Josef-Gemeinde, die die Kirche bis zum letzten Stehplatz füllte, verabschiedet. Er selbst hielt die Messe. Er bedankte sich „für die schöne Zeit in Greven", und anschließend wurde er mit Geschenken überhäuft. Neben kleinen Aufmerksamkeiten, überreichte ihm der Pfarrgemeinderat ein neues Messgewand und der Kirchenvorstand einen heiligen Josef aus Holz.

Anschließend traf man sich im Pfarrheim von St. Josef. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Paul Pier sagte zu Kösters: „Wir wissen ja, dass dein Herz für die Blau-Weißen von Schalke 04 schlägt, und so hat dein Umzug doch etwas Positives, denn du kannst die Jungs besser unterstützen."

Denn nach 21 Jahren Leben in Greven zieht Kösters nach Marl, um dort in einer anderen Gemeinde zu arbeiten. Doch am Sonntag wollten die Grevener ihren Pastor noch einmal für sich, das Pfarrheim quoll aus allen Ritzen, und schnell versammelte sich die ganze Gemeinde bei strahlendem Sonnenschein draußen auf der Kirchwiese.

VON VERA MÖLLERS

Quelle: www.westline.de 12.08.2007